franziska ambacher - schichtbilder
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Teleskop und Mikroskop - Definition von Raum durch Zeit


Wie vom Urwald überwucherte letzte Zeugnisse versunkener Kulturen breiten sich verkrustete Farbschichten über eingelagertes pures Farbpigment aus. Teleskop und Mikroskop, Flug ins All und Kernfusion.

Ich will eintauchen in die innersten Strukturen der Welt und deren Lebewesen, um dem Betrachter temporäre Einblicke in einen subjektiven Mikrokosmos zu geben. Stets befinde ich mich auf der Suche nach der Möglichkeit Ganzheiten bildnerisch zu erfassen. Auf dieser Suche stoße ich auf topographische Formen und Gegebenheiten, welche sich durch das schichtweise Bedecken des Bildgrundes zum anschaulichen Gegenbild der Realität herauskristallisieren.

Fasziniert von den Urthemen Leben & Tod, dem unausweichlichen Konflikt zwischen Schöpfung und Zerstörung befinde ich mich beim Malen im Prozess des akribischen Aufspürens von Energiefeldern inmitten elementarer Farb- und Texturspannungen.

Ich verwende sowohl organische als auch anorganische Pigmente, welche ich zu Acrylfarbe verarbeite. Parallel dazu wird auch direkt und pur das pulverisierte Farbpigment auf den Malgrund gehoben. Mittels dieser Technik lässt sich die körperliche Materialität von Farbe kraftvoller hervorheben. Durch diese eingesetzten Stilmittel kann der Betrachter eines Schichtbildes die auftretende komprimierte Fülle von Farbe und Struktur für sich geradezu körperlich erfahrbar machen.

Die reliefhaften Bildebenen stellen sich als das beherrschende Element der Bildkomposition dar.
Neben Acrylfarbe verwende ich ebenso Bitumen, Metalle, Industrieabfälle und Lebensmittel auf Leinwand oder Holz.

Meine Schichtbilder bedienen sich versunkener Urthemen und Urerfahrungen, welche sich unter den aufgetragenen Farbebenen verborgen halten. Erst durch das sprichwörtliche Aufdecken eines versunkenen Urprinzips offenbart sich das konzeptionelle Wirken von Chemikalien als martialischer Akt.

Ein Schichtbild kann sich - unterstützt durch meine Handschrift - auch über viele Jahre hinweg weiter entwickeln. Denn nichts existiert, was ewig unverändert bleibt. Daraus resultiert meine persönliche Definition von Raum durch Zeit.